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Icones Fungorum


 
 
1245 Pilzaquarelle von Bernhard Emil Studer-Steinhäuslin (23. Mai 1847 - 28. März 1910)

Er wurde in Bern als Sohn eines Apothekers geboren. Im Jahr 1860 erlitt er einen schweren Unfall, als ein Gerüst, das ihn und einen Schulkameraden trug, einstürzte. Während sein Schulkamerad tödlich verunglückte, erlitt Studer-Steinhäuslin eine schwere Gehirnerschütterung und trug eine lebenslange Lähmung seiner linken Hand davon.

Im Jahr 1865 ergriff er den pharmazeutischen Beruf und studierte an der Universität Bern sowie am Institut von Remigius Fresenius in Wiesbaden. Nach Bildungsreisen nach Paris, England und Schottland übernahm er die väterliche Apotheke an der Spitalgasse in Bern, die er 33 Jahre lang gemeinsam mit seinem Bruder Wilhelm führte. Er war langjähriges Vorstandsmitglied des Stadtapothekerverbandes, des kantonalen Apothekervereins, des Schweizerischen Apothekervereins, der Pharmakopöekommission des Schweizerischen Apothekervereins und Kassier der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft in Bern.

Neben Beruf und all den Ämtern fand er Zeit für Forschung in der Pharmazie (Harnanalyse und Bakteriologie) und der Pilzkunde. Studers umfangreiche Arbeiten über Hymenomyceten sind wissenschaftlich fundiert und wertvoll. Um die Pilzformen besser studieren zu können, erlernte er das Aquarellieren und schuf beeindruckende Bilder die 1912 dem Botanischen Institut Bern geschenkt wurden. Neben theoretischen Studien engagierte er sich auch praktisch, veröffentlichte ein Buch über Speisepilze, hielt öffentliche Pilzkurse und gründete eine Pilzkontrolle in Bern, um Pilze als Nahrungsmittel zu fördern und Vorurteile abzubauen. Der SAC erwähnt ihn als Besteiger des Wetterhorns (Versuch).

Seine Gattin, Julie Luise Studer-Steinhäuslin, war Mitglied der beratenden Kommission des Völkerbunds und setzte sich für ein internationales Abkommen zu strengeren Gesetzen gegen Frauen- und Kinderhandel ein. 

Die Standard-Autorenabkürzung Stud.-Steinh. wird verwendet, wenn er als Autor eines botanischen Namens (Clitocybe aurantiaca, Pourretia mexicana var. argentea) zitiert wird.

Seine zahlreichen Publikationen sind im Nachruf aufgelistet: A. Tschirch: Bernhard Studer-Steinhäuslin, Apotheker in Verhandlungen der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft, 93, 1910, S. 36-42

Im Herbarium Bernense befinden sich fünf Schachteln mit insgesamt 1'245 einzigartigen Pilzabbildungen von Bernhard Studer-Steinhäuslin – ein bemerkenswerter Bestand, den wir hiermit einem interessierten Fachpublikum zugänglich machen möchten. Auf das zugehörige Verzeichnis wurde ich durch G. Adamek aufmerksam gemacht: Eduard Fischer publizierte es 1914 unter dem Titel Die Hymenomyceten des bernischen Hügellandes zwischen Alpen und Jura (Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft in Bern, 1914, S. 136–167). Dieses Verzeichnis beschränkt sich auf Funde aus dem erweiterten Raum von Bern und schliesst Funde von weiter entfernten Standorten aus. Ich habe Fischers Aufstellung in diese Excel-Tabelle übertragen.

Auf den Rückseiten einiger Bilder finden sich Kommentare eines Forscherfreundes aus der Welschschweiz. Sie sind jeweils hinter den kommentierten Bildern eingereiht.

Kommentare und Korrekturvorschläge an den Webmaster sind willkommen.

 
  Bernhard Studer-Steinhäuslin
Porträt von Bernhard Studer-Steinhäuslin
 
  Icon Fungorum Nr. 211
Agaricus muscarius
 Boletus scaber
 Schüpberg 1. VIII 84
 ½ natürliche Grösse

„Es gibt auch giftige Schwämme, ja sehr giftige und es vergeht nicht leicht ein Jahr, ohne dass leichtfertige Auswahl der Pilzkost da oder dort ein Opfer fordert. Soll man deshalb die Schwämme meiden? Im Gegentheil! Diese traurigen Thatsachen sollen uns anspornen, dieselben genau kennen zu lernen und auch Andere mit ihrer Kenntnis vertraut zu machen, auf dass diese werthvolle Gottesgabe nicht unbenutzt im Wald vermodert.“